Hochzeitsgedicht
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Dieses Gedicht wurde mir freundlicherweise von
Helmut H. Agena überlassen. Auf seiner Homepage gibt's viel über die Genealogie der ostfriesischen Familien Agena. Der Verfasser des Gedichts ist, laut Unterschrift von 1626, Rentmeister Imel Agenna von Upgand auch Imel Agena d.D. genannt. Er lebte von 1575 bis 1645, war Rentmeister in Emden und hatte in etwa die Aufgaben eines Zeugmeisters. |
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Btreydloffts gedicht. von Imel Agenna von Upgand to eren anda weelhehagen de erenfesten, monnhaften anda foernemen Eggerick Ulricken, Bräutigam, undder ehr. und tugendreichen Jungfrau Tialda Hajunga, Braut, Ulben Hayungas, Drosten zu Norden einzige Tochter Sa in mei heed de wyt and klockheed sa geweisen, als wel veel ad're sa deerum seen('hag) verheisen, und meine Feder wäre so gelehrt in meiner Hand, als men wel veel kunn sek' in use fadersloend jeff That ye heed' dreemed, als by aelders de poeten op Parnaszo den birg, ye scholde my formeiten, to makie een gedicht, That, fon weerdy shold seyn to kumen aen Thet liacht and aller Manschen schyn. Ye wuld en breidloftsleed oendreipe jiuw to singen Weerin ye melde wuld' fonn wonderlyke dingen, jiuw breydegan to goed 'and' juffer breyd to eer, Doch welt kun ye oers dwae, dwyl de natuer foerjetten to reeken solcken haest, verstandt anda sa witten feel man, dc wyl yck schia, thet athre habbe stoff gefunden, op thet hagst' to seinngen iuwen loff? Doch sa men riucht bethankt, hwl'ck fon widig gepresen in jiuw beed'(sen) to sijn dc dude and dit weesen als men dit seld geschlacht in Aestfreesland vermaerd Y sen juw beede g'yck and' well te ryucht gepaerd. Deerum juw god forthoen in g ,lke lyaffd' wel bynden and seynnen jiuwen sroend als sijne lyawe bidnern! Thet.watter wel hi jiuw in goedc wyn veroedern, Sa y em riucht vortrauwt and op syn weeg'r woendr'n Wees freulik, brexdigom, and breyd, wisch off jiuw traenen men seel jiuw mit der tyd den weg to bedde baencn: deer reek' den oenberryucht malkoer(e)m sa een soen, thetter hyrne ist von kum aen faeindt jeft' een foarn and well't in Thoenck antraen vonn cencn selden Fress hwl' ck dit tn freesck stald het, ut laaft to thet Freesk! Is doen thruch mi, I.A.V.U. gedruckt thruch Heellwyk Callenbach, in diw.stedd Emmtha, in det jehr 1632, deb 8.Feb. |
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(aus dem Nachlaß Alfred Agenas) Btreydloffts gedicht. Brautlaufsgedicht to eren anda weelhehagen de erenfesten, monnhaften anda foernemen Zu Ehren und Wohlbehagen des ehrenfesten, mannhaften und vornehmen Eggerick Ulricken, breydgom, anda diw eer-(anda) dugentrijcke jumffer Eggerick Ulricken, Bräutigam, undder ehr. und tugendreichen Jungfrau Tialda Hajunga,.breyd, Ulben Hayungas, drusta to Nodd. aeinige doechta Tialda Hajunga, Braut, Ulben Hayungas, Drosten zu Norden einzige Tochter Sa in mei heed de wyt and klockheed sa geweisen, Wenn in meinen Kopf die Weisheit und Klugheit so gewesen als wel veel ad're sa deerum seen('hag) verheisen, als wieviel and're d'rum sind hoch erhoben Änd that myn feeder weher so leerd in myne höend, und meine Feder wäre so gelehrt in meiner Hand, als men wel veel kunn sek' in use fadersloend als man wohl viel kann suchen in unserm Vaterland jeff That ye heed' dreemed, als by aelders de poeten oder, daß ich hätte geträumet als bei älteren der Poeten op Parnaszo den birg, ye scholde my formeiten, auf dem Parnaß, dem Berg, ich sollte mich so vermessen to makie een gedicht, That, fon weerdy shold seyn zu.machen ein Gedicht, das von Wert sollte sein to kumen aen Thet liacht and aller Manschen schyn. zu kommen ans Licht und in die Augen aller Menschen Ye wuld en breidloftsleed oendreipe jiuw to singen Ich würde ein Hochzeitslied anbieten euch zu singen Weerin ye melde wuld' fonn wonderlyke dingen, worin ich melden würd von wunderlichen Dingen jiuw breydegan to goed 'and' juffer breyd to eer, Dir Bräutigam zu gut und Jungfer Braut zu Ehr. jiuw breydegan to goed 'and' juffer breyd to eer, Euch beide zu erfreuen und wohl viel andere mehr. Doch welt kun ye oers dwae, dwyl de natuer foerjetten Doch was kann ich andres tun, als die Natur vergessen, to reeken solcken haest, verstandt anda sa witten zu geben solchen Geist, Verstand und auch Weisheit feel man, dc wyl yck schia, thet athre habbe stoff Ich bescheide mich, weil ich sehe, daß andere Stoff haben gefunden, op thet hagst' to seinngen iuwen loff? gefunden, aufs Höchste euer Lob zu singen. Doch sa men riucht bethankt, hwl'ck fon widig gepresen Doch wenn man recht bedenkt, weshalb ihr so würdig gepriesen in jiuw becd'(sen) to sijn dc dude and dit weesen In euch beiden sind zä sehen die Tugend und das Wesen, als men dit seld geschlacht in Aestfreesland vermaerd weswegen man das alte Geschlecht in Ostfriesland ruhmt. Y sen juw beede g'yck and' well te ryucht gepaerd. Ihr seid euch beide gleich und wohl zu Recht gepaart Deerum juw god forthoen in g ,lke lyaffd' wel bynden Darum möge euch Gott in gleicher Liebe binden and seynnen jiuwen sroend als sijne lyawe bidnern! und segnen euren Stant als seinen lieben Kindern. Thet.watter wel hi jiuw in goedc wyn veroedern, Das Wasser möge er euch in guten Wein verwandeln, Sa y em riucht vortrauwt and op syn weeg'r woendr'n Wenn ihr ihm recht vertraut und auf seinen Wegen wandert Wees freulik, brexdigom, and breyd, wisch off jiuw traenen Sei freundlich, Bräutigam, und Braut wisch ab deine Tränen men seel jiuw mit der tyd den weg to bedde baencn: Man soll euch mit der Zeit den \Vcg zu Bette bahnen. deer reek' den oenberryucht malkoer(e)m sa een soen, dort reicht dann unverzagt einander solch einen Kuß, thetter hyrne ist von kum aen faeindt jeft' een foarn daß darnach von kommt ein Knabe oder ein Mädchen. and well't in Thoenck antraen vonn cencn selden Fress Und mögt dies in Dank empfangen von einem alten Friesen, hwl' ck dit tn freesck stald het, ut laaft to thet Freesk! der diesem Friesisch Gestalt gab aus Liebe zu, Friesisch. Is doen thruch mi, I.A.V.U. gedruckt thruch Heellwyk Callenbach, in diw.stedd Emmtha, in det jehr 1632, deb 8. Feb. Gedruckt durch H.C. in der Stadt Emden. im Jahr 1632 am 8. Feb. |